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Rückblende: 40 Jahre Wiedergründung SPD Obereichstätt

Die Obereichstätter SPD blickt auf ihre 40jährige Wiedergründung zurück.
Bereits in den zwanziger Jahren finden sich erste Ansätze sozialdemokratischer Wurzeln. Vor dem 2. Weltkrieg hatte die SPD in der Juraortschaft Fuß gefasst. Dies lässt sich aus einschlägigen Dokumenten belegen. Martin Lacker (1921) und Willi Greiner (1926) waren die ersten Genossen. Basis für den damaligen sozialdemo-kratischen Stützpunkt war das Hüttenwerk. Die Arbeiter der Eisengießerei fanden ihre politische Heimat in der SPD. Die Interessen und Probleme der damaligen Zeit fanden Gehör.


Mit der Machtübernahme der NSDAP wurde die SPD neben anderen politischen Gruppierungen verboten. Von diesem Verbot blieb auch der damalige Ortsverein nicht verschont. Kritische Äußerungen brachten den 1973 verstorbenen SPD‘ler Willi Greiner gar hinter Gitter. Einen Aufwind erfuhr dann die SPD in Obereichstätt nach dem 2. Weltkrieg. 1946 erfolgte eine Wiedergründung des Ortsvereins. Als Wiedergründungsväter sind zu nennen: Josef Wechsler jun., Willi Greiner und Franz Tratz. Bereits 1947 weist der Ortsverein 20 Mitglieder auf. Josef Wechsler jun. und Franz Tratz fungierten als erster und zweiter Vorstand, Johann Hauf führte die Kasse und Martin Lacker war als Schriftführer tätig. Die Obereichstätter Sozis waren sowohl auf gemeindlicher als auch auf Kreistagsebene aktiv. Den ausgestellten Gemeinderats- und Kreistagslisten ist dies zu entnehmen. Ende der fünfziger Jahre wurde es um den Ortsverein ruhiger.


Auslöser war die Auflösung des Arbeitshauses Rebdorf. Wurden doch tragende Kräfte der Obereichstätter Sozis nach Amberg oder Bernau versetzt: Wechsler, Tratz und Hauf. Trotz des Verlustes von 3 Vorstands-mitgliedern hielten einige Unentwegte zur Partei: Willi Greiner, Walter Schneider und Karl Vielberth, der von 1956 bis zu seinem Tod 1998 SPD‘ler blieb und ab 1984 im Marktgemeinderat Dollnstein aktiv war. Betreut wurden die übriggebliebenen Sozis vom SPD-Stützpunkt Eichstätt-Wasserzell.
Aber bereits 1969 erfolgt, wie schon zu Beginn erwähnt, die erneute Wiedergründung.

Am 10. Mai 1969 entschlossen sich Obereichstätter Bürger, nach intensiven Gesprächen mit dem damaligen Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Eichstätt, Franz Hermann, den SPD-Ortsverein Obereichstätt wiederaufleben zu lassen. Die damaligen Gründungsmitglieder waren:

  • Johann Wittmann (1. Vorstand)                  
  • Franz Wittmann
  • Alois Haunschild (2. Vorstand)
  • Arnold Kolitsch
  • Raimund Wechsler (Kassier)
  • Willi Vielberth (Schriftführer)
  • Hilmar Scheid
  • Ludwig Renn
  • Horst Rauch 

 Ein stürmischer Wiederaufbau erfolgte. Die rasante Entwicklung des Ortsvereins zeigt sich auch in der steigenden Mitgliederzahl. Schon bald konnte der Ortsverein auch Sozialdemokraten aus Breitenfurt und Dollnstein begrüßen.

Der jugendliche Elan der Wiedergründung setzte sich beim Bundestagswahlkampf 1969 fort und erreichte den Höhepunkt in
Wahlkampfblättern, als in einem CSU-Flug-blatt zu lesen ist: „In den letzten Tagen vor der Wahl kriechen nun die Trabanten der SPD wie Ratten aus den Löchern und verteilen Flugblätter.“


Die Obereichstätter Sozis verschafften sich Gehör. Ihre politischen Aktivitäten wurden bald im Landkreis kundig und resultierend daraus besetzten Obereichstätter wichtige Parteiämter. Die Jugendorganisation des Landkreises wählte Alois Haunschild zum Vorsitzenden; Willi Vielberth fungierte als Juso-Vorsitzender im SPD-Unterbezirk Weißenburg und war gleichzeitig Mitglied im Juso-Vorstand des Bezirkes Franken. Hans Wittmann, einer der treibenden Kräfte der Obereichstätter SPD, übernahm 1971 den Kreisvorsitz, den er über die Gebietsreform hinaus bis 1993 behielt.


Zu den Gemeinderatswahlen 1972 trat die SPD mit einer eigenen Liste an. Mit Hans Wittmann, Hermann und Richard Vielwerth wurden 3 Sozis in den Obereichstätter Gemeinderat gewählt. Einige wichtige Eckpunkte der politischen Ziele waren: Kanal- und Bauleitplanung, Errichtung eines Kinderspielplatzes, Renovierung der Pfarrkirche sowie die Sanierung des alten Sportplatzes.


Mit der Gebietsreform 1973 kam auch das Aus für die Gemeinde Obereichstätt. Nachdem die Würfel für Dollnstein gefallen waren, drängte die Vorstandschaft auf den Zusammenschluss der beiden Ortsvereine. Am 15.4.1977 wurde dieser umgesetzt.
Derzeit hat der Ortsverein 42 Mitglieder. Im heutigen Marktgemeinderat sind 5 SPD‘ler vertreten.

 

 

 

 
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